22 Juni 2015

Nach BilMoG kommt nun BilRuG

Mit dem Ziel, kleine und mittelgroße Unternehmen sowie Konzerne hinsichtlich der Rechnungslegungsvorgaben zu entlasten und eine höhere Vergleichbarkeit der Jahres- und Konzernabschlüsse erreichen, hat die Bundesregierung am 7.1.2015 den Entwurf des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (kurz BilRUG) veröffentlicht. Der Entwurf basiert auf der EU-Richtlinie 2013/34/EU, die bis zum 20.7.2015 in deutsches Recht umzusetzen ist.

Der Regierungsentwurf des BilRUG sieht überwiegend Änderungen des HGB, des AktG, des GmbHG, des PublG und der Einführungsgesetze vor.

Die wesentlichen Kernpunkte des Regierungsentwurfs sind:

  • Anhebung der Schwellenwerte für die Bestimmung der Größenklassen des § 267 HGB bzw. für die Befreiung von der Konzernrechnungslegungspflicht gemäß § 293 HGB
  • Ausweitung der Umsatzerlösdefinition gem. § 277 HGB-E, die unter Umständen zu einer Änderung der Größenklasse durch Einbeziehung zusätzlicher Erträge führen kann
  • Verlagerung außerordentlicher Posten von der Gewinn- und Verlustrechnung in den Anhang
  • Beteiligungsholdings fallen nicht mehr unter die „Kleinstkapitalgesellschaften“ und können die Erleichterungen nicht mehr in Anspruch nehmen
  • Die Inanspruchnahme von Erleichterungen bei der Aufstellung, Prüfung und Offenlegung eines Jahresabschlusses und/oder Lageberichtes wird an weitere Vorausetzungen geknüpft. Das Mutterunternehmen muss demnach eine Einstandspflicht
    für die von der Tochtergesellschaft eingegangenen Verpflichtungen erklären

Die Gesetzesänderungen sollen erstmals verpflichtend für das nach dem 31.12.2015 beginnende Geschäftsjahr anzuwenden sein.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und verbessern zu können, nutzen wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. OK