10 Mai 2015

Umsatzsteuerliche Behandlung von Verkäufen auf Online-Handelsplattformen

Die OFD Karlsruhe bezieht in ihrer Verfügung vom 19.02.2015 zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Verkäufen auf Handelsplattformen (z. B. eBay oder Amazon) Stellung.

Unternehmer (gewerblich registrierte Mitglieder z. B. bei eBay) werden in der Regel aufgrund der Inanspruchnahme von Online-Handelsplattformen zum Verkauf ihrer Waren mit monatlich anfallenden Vermittlungsgebühren belastet. Diese Gebühren werden bei der Veräußerung der Waren mit dem Verkaufserlös verrechnet. Dem Unternehmer wird nur der um die Gebühren gekürzte Betrag überwiesen.

Aufgrund der Gebührenverrechnung wird häufig der Erlös zu gering angegeben. Die Verfügung der OFD Karlsruhe konstatiert, dass die Gebühren nicht die umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage des Unternehmers mindern dürfen. So muss der Unternehmer den geminderten Verkaufserlös (ohne Umsatzsteuer) um die von der Handelsplattform einbehaltenen Gebühren (ohne Umsatzsteuer) erhöhen, um seine umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage korrekt zu ermitteln. Die Vermittlungsgebühr wird als Betriebsausgabe des Unternehmers erfasst.

Erfolgt die Gebührenberechnung von einer in einem anderen EU-Mitgliedstaat ansässigen Firma wie im Fall von eBay (ansässig in Luxemburg), wird dem Unternehmer eine Nettorechnung ausgestellt. Im Rahmen des Reverse Charge Verfahrens schuldet der inländische Unternehmer nach § 13b Abs. 1 UStG die Umsatzsteuer. Unter den Voraussetzungen des § 15 UStG kann er die nach § 13b UStG geschuldete Steuer als Vorsteuer abziehen.

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