22 Mai 2017

Umsatzsteuerliche Zuordnung zum Unternehmensvermögen bis zum 31.05.

Wird ein Gegenstand sowohl für unternehmerische als auch für nicht-unternehmerische Zwecke genutzt, hat der Unternehmer folgende Zuordnungswahlrechte:

  • 100 % Unternehmensvermögen
  • 100 % Privatvermögen
  • Unternehmensvermögen im Umfang der tatsächlichen unternehmerischen Nutzung

Welche Zuordnung der Unternehmer wählt, muss dem Finanzamt bis zum 31.05. des folgenden Jahres bekannt gegeben werden, am besten schriftlich. Erfolgt dies nicht fristgerecht, wird der Gegenstand nicht dem Unternehmensvermögen zugeordnet, so dass ein Vorsteuerabzug möglich ist. Eine Verlängerung der Frist kommt nicht in Betracht.

Im Fall von mehrjährigen Bauvorhaben besteht bereits mit der ersten Eingangsrechnung ein Anspruch auf Vorsteuerabzug, wenn das Gebäude ganz oder teilweise unternehmerisch und umsatzsteuerpflichtig genutzt werden soll. Daher sollte der Unternehmer bereits unmittelbar nach Eingang der ersten Rechnung seine Zuordnungsentscheidung treffen und den Vorsteuerabzug entsprechend geltend machen. Wir empfehlen die Zuordnung von gemischt genutzten Immobilien mit 100 % zum Unternehmensvermögen. Der Vorsteuerabzug ist war zunächst nur mit dem tatsächlich unternehmerisch genutzten Anteil zulässig. Sollte sich aber der unternehmerisch genutzte Anteil später vergrößern, ist ein nachträglicher Vorsteuerabzug nach § 15a UStG nur möglich, wenn die Immobilie auch mit dem höheren Anteil zum Unternehmensvermögen gehört, also idealerweise zu 100 %.

Als Indiz für die Zuordnungsentscheidung kann die Umsatzsteuer-Voranmeldung gelten. Dabei sollte aber klar zum Ausdruck kommen, am besten durch eine ergänzende Erläuterung, dass in dem Vorsteuerbetrag dieser wichtige Geschäftsvorfall mit der entsprechenden Zuordnungsentscheidung enthalten ist. Ein unterlassener Vorsteuerabzug gilt ebenfalls als Indiz, nämlich für die Zuordnung zum Privatvermögen.

Es ist daher wichtig, der Buchhaltung frühzeitig die Information über solche Sachverhalte zu geben. Wenn die Dokumentation dem Finanzamt erst mit der Jahressteuererklärung nach dem 31.05. des Folgejahres zugeht, ist der Vorsteuerabzug verloren.


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