21 August 2017

Übernachtung mit Frühstück

Bei Frühstücksleistungen in einem Hotel ist Bemessungsgrundlage für das Frühstück das, was der Leistungsempfänger aufwendet, um die Leistung zu erhalten, bereinigt um die Umsatzsteuer, wobei sich die Höhe und der Umfang des Entgelts nach dem zwischen den Parteien des Leistungsaustauschs bestehenden Rechtsverhältnis richtet. Soweit der Leitsatz des Finanzgerichts Schleswig-Holstein in seinem Urteil vom 21.09.2016 (4 K 59/14).

Dies eröffnet der Hotelbranche Spielräume für die Preisgestaltung, denn die Verpflegung in einem Hotel ist zwar zivilrechtlich eine Nebenleistung zur Hauptleistung Übernachtung, nicht aber umsatzsteuerlich. Hier geht das Aufteilungsgebot vor, so dass die Entgelte für die Übernachtung mit 7 % Umsatzsteuer und für das Frühstück mit 19 % Umsatzsteuer getrennt zu ermitteln sind. Dabei ergeben sich folgende Möglichkeiten:  

  • Es gibt nur einen Pauschalpreis für Übernachtung mit Frühstück. Hier erfolgt die Aufteilung im Verhältnis der jeweiligen Marktpreise, ggf. im Wege der Schätzung.
  • Sowohl für Übernachtung als auch für Frühstück werden individuelle Preise festgelegt. In diesem Fall ist das Entgelt nicht (anderweitig) aufzuteilen, auch wenn der Einzelveräußerungspreis für das Frühstück niedrig ist. Im Urteilsfall betrug der Frühstückspreis 5 EUR, der auch von Besuchern gezahlt wurde, die nicht übernachtet haben.

Unter der Voraussetzung, dass die Gesamtkalkulation stimmt, bietet dieser Ansatz den Hoteliers doch einen gewissen umsatzsteuerlichen Gestaltungsspielraum.  

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