20 Juni 2017

Rechnungsfrist bei sonstigen Leistungen aus dem EU-Ausland

Bei der Beauftragung von Dienstleistungen im EU-Ausland ist vom auftraggebenden Unternehmer darauf zu achten, dass er zeitnah zu dieser Leistung eine Rechnung erhält. Am Beispiel einer EU-Transportleistung erläutern wir Ihnen den Sachverhalt.

Der Münchener Unternehmer D beauftragt eine im Ausland, z. B. in Spanien ansässige Spedition S mit einem Warentransport von z. B. Barcelona nach München. Der Warentransport trifft am 27. Juli in München ein. Aufgrund der Urlaubszeit erhält D die Rechnung jedoch erst am 30. September.

Das Problem: Die Steuer entsteht bei innergemeinschaftlichen Dienstleistungen grundsätzlich mit Ablauf des Voranmeldezeitraums, in dem die Leistung erbracht wurde ( § 13 b Abs. 1 UStG), in unserem Beispiel somit im Juli.

Obwohl die Rechnung erst auf den 30. September lautet, darf sich D nicht auf den verspäteten Zugang der Rechnung berufen. D muss in der Umsatzsteuervoranmeldung im Juli die Umsatzsteuer und in gleicher Höhe die Vorsteuer schätzen und gegebenenfalls korrigieren, falls später andere Werte bekannt werden.

Hintergrund ist das innergemeinschaftliche Kontrollsystem der EU. Unser Unternehmer D aus München und der spanische Unternehmer S aus Barcelona haben korrespondierende Erklärungen abzugeben: Der Leistungsmonat und der Betrag haben zu korrespondieren.

Fazit: Der Unternehmer hat seine eingekauften Dienstleistungen dahingehend zu überwachen, dass rechtzeitig abgerechnet wird. Liegt eine Rechnung noch nicht vor, ist die Leistung mit geschätzten Werten in die USt-Voranmeldung zu übernehmen.

Bei Fragen zu diesem Themen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

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