18 Juli 2016

Beruflich veranlasster Umzug bei Zeitersparnis von weniger als 1 Stunde

Beruflich veranlasste und damit steuerlich absetzbare Umzugskosten können insbesondere dann anfallen, wenn man näher zum Arbeitsort ziehen möchte oder weil man eine neue Stelle antritt.

Voraussetzung ist, dass der Umzug zu einer Zeitersparnis auf dem Arbeitsweg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte führen muss. Wenn die Zeitersparnis eine Stunde oder mehr beträgt, werden die erforderlichen Umzugskosten vom Finanzamt anerkannt. Aber auch bei einer Zeitersparnis von unter einer Stunde können die Umzugskosten unter Umständen als Werbungskosten abgesetzt werden.

Das Finanzgericht Köln (Urteil vom 24.02.2016, 3 K 3502/13) hat folgenden Fall entschieden: Vor dem Umzug konnte eine Lehrerin den Arbeitsweg zwischen Wohnung und Schule mit öffentlichen Verkehrsmitteln in einer Zeit von weniger als 1 Stunde erreichen. Nach dem Umzug betrug die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte weniger als 100m und konnte zu Fuß innerhalb von weniger als 5 Minuten erreicht werden.

Nach Auffassung des Gerichts ist es eine wesentliche Verbesserung, wenn der Steuerpflichtige durch den Umzug nicht nur eine Zeitersparnis auf dem Weg zur Arbeit erlangt, sondern auch dann auf Verkehrsmittel gänzlich verzichten und zu Fuß gehen kann. Dadurch entfallen Zeitdruck und Stress, die dadurch gegeben sind, dass man pünktlich zu Arbeit erscheinen muss.

Wegen der wesentlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen hat das Finanzgericht die Umzugskosten in voller Höhe als abziehbar anerkannt.

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